Re: Re: Einige Worte will ich loswerden
ein Leserbrief von Sire

Mados schrieb: "Um es kurz zu machen: Ich möchte die beiden Texte gern [...] in die Ausgabe bringen."

Hi Mados!

Okay, meinetwegen könnt Ihr das so bringen. Ich hatte mich schon gefragt, ob ich möglicherweise nun eine Ausgabe verpaßt habe, nachdem ich bei einer der Google-Testeingaben des eigenen Namens (bzw. des Handles), die ich in gewissen Zeitabständen durchführe, auf diesen Text stieß. Nun erzähl ich da was vom Cappucinoschlürfen in der Sonne (wird aber laut Reform nicht Kaputtschino geschrieben, wie man vielleicht meinen könnte), und heute hat's schon geschneit hier in Hamburg! Kinder, wie die Zeit vergeht. Es gäbe noch einiges Interessantes zu ergänzen übrigens: Inzwischen bin ich witzigerweise zum Vorsitzenden des Vereins für deutsche Rechtschreibung und Sprachpflege gewählt worden. Dazu hatte ich sehr spontan kandidiert, nachdem ich dazu mehr oder weniger überredet worden war, denn der vorige Vorsitzende war nicht ganz unproblematisch (und ist es jetzt immer noch, wie ich deutlich zu spüren bekomme, denn er sitzt anstrengenderweise immer noch mit im Vorstand, hmpf). Eigentlich bin ich ja nun wirklich nicht der Vereinsmeier, aber andererseits hab ich schon Lust, mal ein paar nette Widerstandsaktionen anzuleiern. Außerdem habe ich jetzt eine gute Handhabe, mal Siegfried Lenz persönlich kennenzulernen, denn der ist Mitglied, wie ich festgestellt habe, neben einigen weiteren Schriftstellern. Trotzdem, eingetragene Vereine mit Satzung sind anstrengend. Wie schön unkompliziert ist dagegen doch eine Demogruppe... *seufz*

Was nun 23 und die Illuminaten betrifft: Die Kalkulation 11+9+2+0+0+1 (11. September 2001) dürfte inzwischen wohl schon ziemlich bekannt sein. Aber heute gerade bekam ich Post von einem Vereinsmitglied, das in Berlin sitzt... Ich will das lieber nicht zu genau ausführen, es geht um die Anfechtung einer Verordnung, die Reformschreibe im Schriftverkehr aller staatlichen Institutionen verwenden zu sollen, obwohl das Verfassungsgericht in seinem diesbezüglichen Urteil klipp- und klargestellt hat, daß der Reform rechtliche Verbindlichkeit nur in der Schule zukommt. Daß eine historisch wichtige Anhörung der Rechtschreibkommission einmal an einem 23. stattfand, fand ich ja schon kurios, aber nun stelle ich fest, daß der zuständige Ausschuß im Bundestag (Kultur und Medien) die Ziffer A23 trägt (und Dr. Helmut Kohl ist ein stellvertretendes Mitglied, auch das noch)! Und auf der Kopie des Antwortschreibens vom Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien auf die Eingabe vom erwähnten Mitglied, das als Beamte gegen die Verordnung protestiert, sehe ich: dieses Schreiben trägt ein Geschäftszeichen, dessen erster Teil "K 23" ist. Tja, man könnte schon paranoid werden. Wie schon der Kosovo-Krieg 1999, begann auch der Angriff auf Afghanistan in der Nacht eines 23., wenn ich mich nicht irre (Ihr seid doch die Journalisten, recherchiert das mal). Fragt sich nur: Was wollen die Illuminaten eigentlich? Außer der 23er-Kennzeichnung läßt sich schwer ein System erkennen, wenn man nicht geradezu ungeheuerliche Spekulationen betreibt. Aber das ist im Börsenzeitalter ja nichts Ungewöhnliches. Wahrscheinlich stecken Außerirdische dahinter, die die Menschen unerkannt lenken und in dem Glauben lassen wollen, alles hänge ganz anders zusammen. Die Serie "Akte X" wurde extra produziert, um solche Annahmen als unglaubwürdig abzustempeln, denn wer glaubt schon solchen Fernsehserien-Schwachsinn? Jedoch, warum geben sie es nicht einfach zu? Mittlerweile sind Aliens dermaßen in Mode, daß die Leute wohl schon so weit sind, sich lieber von ihnen autokratisch regieren zu lassen, anstatt dauernd von den blöden Sprücheklopfern der eigenen Spezies verarscht zu werden. Also, liebe Außerirdische, wenn ich recht habe, dann lest Ihr diese Zeilen ja mit, da Ihr sowieso das Internet gegründet habt, um die Skeptiker auszuhorchen: Traut euch! Nicht so schüchtern! Wir wollen Euch endlich mal persönlich kennenlernen! Aber vielleicht empfindet Ihr das nur wie wir Menschen das störrische Rind wahrnehmen, das Zicken macht, sich von der Weide in die Stallzelle zurückzuzwängen - falls es überhaupt jemals die Weide betritt. Warum soll man den Rindern erklären, wozu man sie züchtet? Begreifen sie's etwa?

Greetings,

Sire